Wir trauern um Dr. Daniel Prati, der völlig unerwartet im März 2026, fünf Monate vor seinem sechzigsten Geburtstag, an Herzversagen gestorben ist. Wir sind fassungslos über Danis plötzlichen Tod und zutiefst traurig. Wir versuchen uns mit dem Gedanken zu trösten, dass ihn der Tod aus Tätigkeiten abholte, die er sehr gern hatte. Wir sind sehr dankbar für die vielen Jahre mit ihm und vermissen Dani und seine wohlwollende und warmherzige Art schmerzlich.
Dani war nach Studium und Promotion in Basel und Zürich und wissenschaftlichen Stationen in Birmensdorf, Halle/Saale und Potsdam seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Pflanzenökologie. Dani hatte Pflanzen sehr gern, war stark an Evolution interessiert und bildete sich deshalb in seiner Heimat Basel zum Pflanzenpopulationsbiologen und evolutionären Ökologen aus. Er beschäftigte sich an seinen weiteren Stationen zunächst vor allem mit Lebenszyklen, Anpassungen und biotischen Interaktionen von klonalen und von invasiven Pflanzenarten. In den letzten Jahren arbeitete er verstärkt auch zu Fragen der Pflanzenartenvielfalt und der Koexistenz von Arten, vor allem im Forschungsprogramm der Biodiversitätsexploratorien, an dem er von Anfang an, also seit 2006, beteiligt war und zu denen er konzeptionell, organisatorisch und menschlich enorm viel beigetragen hat.
In seiner Arbeit verband er vergleichende Feldstudien mit Experimenten in Feld, Garten und Gewächshaus. Er war ein geschickter Experimentator und ein erfahrener Feldbiologe, was eine sehr seltene und wertvolle Kombination darstellt. Er achtete jeweils sehr auf schlüssige Versuchspläne und sorgfältige Auswertung. Dani hinterlässt ein umfangreiches Werk an Publikationen und wird in populationsbiologischen Kreisen und in der Biodiversitätsforschung für seine Beiträge, seine Verbindung von Feldarbeit und Experimenten, für sein umfangreiches Wissen und für zahlreiche sehr anregende und fruchtbare Kollaborationen sehr geschätzt.
In seinen Jahren am IPS widmete er sich auch mehr und mehr der Lehre. Unzählige Studierende profitierten von seinen profunden, anschaulichen und humorvollen Vorlesungen und Kursen zu Pflanzenökologie, Global-Change-Ökologie und zur Versuchsplanung und -auswertung und von seinen Exkursionen, um Bern und in die Alpen. Er betreute und co-betreute zudem zahlreiche BSc-, MSc- und PhD-Studierende, die er mit seinem breiten fachlichen und methodischen Wissen, seinem grossen Interesse an ihren Anliegen und seiner Hilfsbereitschaft unterstützte und begleitete.
In der Abteilung Pflanzenökologie und darüber hinuas galt seit vielen Jahren bei vielen grossen und kleinen Fragen die Devise: «Frag’ Dani!». Wir können nicht glauben, dass dies nun nicht mehr möglich ist.
PS: Wenn jemand sich mit uns zu Dani austauschen möchte, so ist uns das sehr willkommen. Einfach an markus.fischer@unibe.ch oder judith.hinderling@unibe.ch schreiben.